Nazikungebung in Esens am 15.11

Nachdem sie schon im Oktober abgewiesen wurden, versuchten die Nazis um die DVU und die AG Wiking nun nochmal der „Bombenopfer“ in Esens zu gedenken. Jedoch schaffte es nur ein kümmerliches Häufchen von etwa 31 Nazis in die ostfriesische Stadt im Landkreis Wittmund. Viel Polizei verhinderte effektive Aktionen, jedoch fand die Kundgebung unter einer beträchtlichen Protestlautstärke statt.
Den Nazis ging es in ihrer Kundgebung darum, den Opfern alliierter Bombenangriff, besonders in Esens, zu gedenken, besonders, weil sie vom bürgerlichen Gedenken dieses Jahr ausgeschlossen wurden. (Vielleicht sollte mensch auch dieses bürgerliche Gedenken einmal kritisch thematisieren, aber das ist ein anderes Thema.) So fühlten sie sich selbst als Opfer und kamen erneut nach Esens um dort ihre braune Ideologie zu verbreiten, Umdeutung von deutschen TäterInnen zu Opfern natürlich mit inbegriffen.
Dies bliebt natürlich nicht ohne Widerstand. Während jedoch das bürgerliche Bündnis freiwillig räumlichen Abstand einnahm und einen „stillen Protest“ bevorzugte, waren auch Antifas aus ganz Nordwestdeutschland angereist. In der Stadt selbst waren größtenteils die Geschäfte geschlossen und angeblich sagte einE VertreterIn des Bürgi-Bündnisses gar etwas wie, dass es doch oke seie, wenn „linksautonome“ DemonstrantInnen vorher aus den Zügen gezogen werden – sowas passierte aber wohl nicht.
Gegen 12 Uhr trafen dann die ersten Nazis, nicht mehr als 20, mit dem Zug in Esens ein. Alle Möglichkeiten, schon auf dem Hinweg Störaktionen vorzunehmen wurden durch eine massive und zahlenmäßig große Polizeipräsenz vollkommen unmöglich gemacht, so dass es bei der Idee blieb und die Nazis in einem Wanderkessel ihren Kundgebungsort am Marktplatz erreichen konnten. Deren Kundgebung sollte gegen 13 Uhr beginnen, aber es wurde noch auf weitere Nazis und den Lauti gewartet. Im Zug, der gegen 13 Uhr Esens erreichte, saßen aber keine Nasen drin, so machte sich mensch wieder auf den Weg zurück zum Kundgebungsort der Nazis, der zwar durch Hamburger Gitter und Bullen gut geschützt war, aber gut in Rufreichweite lag. Der Lauti war inzwischen angefahren und der Rest der Nazis ebenso.
So war es den Nazis immerhin nicht möglich, ihre Kundgebung in Ruhe abzuhalten. Unter laufem Rufen und dem Geräusch von zig Trillerpfeifen fingen die Nazis mit ihren Reden an. Etwa 200 ProtestlerInnen, hauptsächlich BürgerInnen aus Esens, wollten den Nazis also lautstark zeigen, dass sie unerwünscht waren. Leider waren die Parolen nicht so sehr abwechslungsreich und oftmals war das alte „Nazis raus!“ zu hören, aber besser als nix. Als ein Redner der Nazis die englischen Bombenangriffe revisionistisch thematisieren wollte, waren laute „Bomber Harris hilf uns doch – Deutschland gibt es immer noch!“-Rufe zu hören, die den Redner sichtlich erregten.
Nach kaum 1 Stunde war die Kundgebung mit 3 Reden auch schon wieder beendet. Mehr als 31 Nazis waren an diesem Samstag nicht zu mobilisieren, das lässt sich auch keineswegs schönreden, das war ein wahrer Misserfolg für sie. Von linker Seite hätte sicherlich mehr gehen können, vielleicht auch inhaltlich, aber die Kundgebung die ganze Zeit zu beschallen ist auch schon ein Erfolg. Die Nazis wurden auf ihrem Rückweg zum Zug wieder begleitet, sowohl von Antifas als auch von Bullen, mehr als Rufe und Beleidigungen erreichten sie jedoch nicht, so dass sie wieder die Heimreise antreten konnten.

Das Bürgerliche Versammlung hat am 13.11.08 folgendes beschlossen:

„Die Polizei wird ab 8:00 Uhr morgens den Markplatz von allen Seiten mit Hamburger-Gittern absperren. Die Geschäfte werden ab 11 uhr schließen. Zugang zur offizielen Bürgerlichen Gegenaktion auf dem Kirchplatz ist nur über den Eingang beim Jugendzentrum zu erreichen!
Sammelpunkt des Nazis wird das Parkdeck des Parkhaus Nähe Innenstadt sein (Parkdeck am ZOB). Zudem werden ab 8:00 Uhr morgens alle Züge Richtung Esens ab Oldenburg kontrolliert, und alle Personen die der linken Szene zugeordnet werden können, sollen herausgezogen werden. Der Protest der Bürger soll nach Aufforderung von Bürgermeister Buß still und friedlich verlaufen.

Die stadt Esens wollte aus Angst vor Eskalation sogar die Bürgerliche Gegenkundgebung abblasen.“

Wollte die Stadt Esens von Anfang an alles unter dem Deckmantel des Schweigens kehren (wurde ihm durch die öffentliche Gegenmobilisierung seitens der Autonomen Antifaschistische Aktion einen Strich durch die Rechnung gemacht), versucht die Stadt es nun mit dem Schreckensgespenst von Strassenschlachten, brennenden Autos und Plünderein! Jeglicher lautstarke Antifschistischer Wiederstand soll von vorne herein verhindert werden!

Vieles in der Geschichte scheint sich zu wiederholen! Doch wir werden nicht tatenlos zusehen und uns zu Mittätern machen!

Autonome AntifaschistInnen sind am Samstag in Esens unerwünscht

Die Stadt Esens mit ihren Parteien, Verbänden und Kirchen wollen der am kommenden Wochenende stattfindenden DVU Kundgebung am allerliebsten ohne den autonomen antifaschistischen Wiederstand begegnen, in dem sie sich mit Trillerpfeifen am Schafsmarkt versammeln, um so der DVU und AG-Wiking ihre Ablehnung zu präsentieren!
Leider vergisst der Zusammenschluss, das erst durch die Öffentlichkeitsarbeit der Autonomen AntifaschistInnen, dieses Jahr zum ersten mal keine Rechtsextremen Parteien und Gruppierungen am öffentlichen Gedenken des Bombenangriffes Teilnehmen durften! Vergessen ist anscheinend auch der im Jahr 2006 durchgeführte Handschlag

zwischen dem Bürgermeister und der AG-Wiking sowie im Jahr 2007 die Entfernung (Grabschändung) eines linken Kranzes mit Schleifenaufdruck „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“, das die Stadtoberen, im Gegensatz der von der NPD/DVU/AG-Wiking gegenzeichneten Kränze, vom Gedenkstein entfernten!

Nachdem sich zum ersten mal öffentlicher Wiederstand gegen die Beteiligung der oben genannten Rechtsextremen Parteien und Gruppierungen regte, zog sich die Stadt Esens lieber im drei Affenprinzip: nichts sehen, nichts sagen, nichts hören, in die Kirche zurück, in der Hoffnung, die Rechtsextremen würden nicht kommen. Allerdings marschierte die
AG-Wiking gegen Abend in klassischer SA-Manier mit Fackeln 1 1/2 Stunden durch Esens, ohne das es ein einschreiten oder eine öffentliche Erklärung seitens der Stadt Esens darüber gegeben hat! So konnte die AG-Wiking auch im Nachhinein noch
in der Stadt Jever ihr Unwesen treiben, ohne gestört zu werden! Sie wurden also von der Polizei aus der Stadt Esens eskortiert und dann in klassischer Esensmanier aus den Augen aus dem Sinn! So wurde auch die angekündigte Kundgebung
der DVU behandelt! Stillschweigend geduldet – bis die Autonomen AntifaschistInnen wieder auf den Plan getreten sind, und wieder durch massive Öffentlichkeitsarbeit gegen die Kundgebung mobilisierte! Die Stadt Esens versuchte im Vorfeld ohne Erfolg u.a. ein Stillschweigen zu bewahren, in dem sie keine Zeitungsartikel über die

bevorstehende DVU Kundgebung wollten.

Doch als die Antifaschistische Öffentlichkeitsarbeit fruchtete, ist nun auch die Stadt Esens auf den antifaschtischen Wiederstand aufgesprungen und scheint diesen sogar für sich selber zu beantspruchen! So möchte sie keinen autonomen antifaschistischen Wiederstand in der Stadt haben!

Ob sich so die Kundgebung mit der u.a. AG-Wiking, die am 09.November 2008 mit antisemitischen Hetzparolen einen Nazistischen Aufmarsch in Wilhelmshaven versuchte und auch dort lediglich die Personalien dieser offen Rechstsextremen Kameradschaft aufgenommen wurde verhindern lässt, ist fraglich!

Spontane Kundgebung in Esens

Am 8.11.08 versammelten sich um die 20 Antifaschisten in Esens Innenstadt zu einer spontanen Kundgebung. Anlass sind die Nazi-Bewegungen im Raum Ostfriesland und Friesland speziell die DVU Kundgebung am kommenden Samstag den 15.11.08 in Esens.

Gegen Mittag versammelten sich c.a. 20 Antifaschisten aus dem Raum Esens Ostfriesland um nochmals, nach vielen Flugblatt und Plakat Aktionen auf die bevorstehende DVU Kundgebung am 15.11.08 Aufmerksam zu machen.
Ein kleiner Demonstrationszug ging einmal durch die Esenser Innenstadt und macht einen langen halt auf einer Kreuzung in Esens.
Störungen durch Bullen oder Nazis gab es keinerlei.
Ein insgesamt erfolgreicher Tag für die Mobi.

Trotzreaktion der Nazis auf die spontane Kundgebung in Esens?
Am Sonntag morgen ging ein ungefähr genau so großer Demonstrationszug durch Wilhelmshaven
Hier der Zeitungsbericht:
Wilhelmshaven/ah – Am Sonntagmorgen, gegen 03:10 Uhr, teilten laut Polizeibericht mehrere Anrufer per Notruf mit, dass sich ein Aufzug mit etwa 25 bis 30 vermummten und überwiegend dunkel gekleideten Personen auf der Wilhelmshavener Bismarckstraße in Richtung Westen bewegen würde. Vereinzelt sollen von dieser Personengruppe auch Autofahrer behindert, aber nicht angehalten worden sein. Die Polizei zog daraufhin sofort mehrere Einsatzkräfte zusammen und lenkte den Aufzug in die Harlestraße, wo er dann gestoppt wurde. Die Personen führten ein Banner der rechtsextremen „AG Wiking“ mit und sollen auf den Straßen rechte Parolen gebrüllt und das Banner geschwenkt haben. Gegenüber den Polizeikräften zeigten sich die meist angetrunkenen Aufzugsteilnehmer sehr aggressiv und nicht gesprächsbereit. Der Aufzug wurde von der Polizei aufgelöst und 21 Identitätsfeststellungen durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass die Teilnehmer aus weiten Teilen Deutschlands (Oldenburg, Westerstede, Weener, Leer, Dortmund, Rheine und Schwerin) kamen. Nach der Auflösung teilte sich die Gruppe in mehrere Grüppchen, die in verschiedene Richtungen auseinander gingen. Einige Personen wurden später nochmals in der Innenstadt, in der Nähe einer Diskothek und beim Bahnhof gesehen. Die Polizei war aber ständig in der Nähe dieser Personengrüppchen, die dann gegen 05:30 Uhr mit verschiedenen Pkws die Stadt verließen. Gegen die Teilnehmer wurden Verfahren wegen Straftaten aus dem Versammlungsgesetz eingeleitet.

Die Nazis die bei diesem Versuch eine Demo in Wilhelmshaven scheiterten dürften sich unteranderem auch am 15.11.08 in Esens wiederfinden.

DVU Kundgebung in Esens am 15.11 verhindern

Die DVU plant am 15.11 eine sogenannte Trauerkundgebung aus Anlass des 65ten
Jahrestages der Bombadierung Esens durch die Alliierten. Zu dem eigentlichen Termin am
27.9.08 war den rechten Parteien eine Kranzniederlegung während der offiziellen
Gedenkveranstaltung verboten worden.
Es ist klar, dass mit dieser Kundgebung bezweckt wird, diesen Anlass zu der üblichen
Opfer/Täter Verkehrung zu intrumentalisieren, um die deutschen Naziverbrechen in ihrem
Sinne umzulügen. Aber die Identifizierung Deutschlands zu einem Opfer der Alliierten ist
durchaus kein Monopol der rechtsextremen Organisationen und Indviduen. Auch das
übrige Parteienspektrum neigt populistisch zu solchen Konstruktionen, allerdings wird in
der Regel diese Interpretation lediglich in Kauf genommen, ohne dies eindeutig zu
bekennen. So rechnet nicht nur die DVU nicht ohne Grund damit, die Gefühle eines großen
Teils der deutschen Bevölkerung zu erreichen.
Dieser Aufruf zur Organisierung von Gegenmaßnahmen gegen diese Kundgebung, geht
nicht davon aus, dass es genügt die faschistischen Organisationen und Einzelpersonen in
ihrem Bestreben einer rechten Reorganisation, zurückzudrängen. Er geht statt dessen von
der Tatsache aus, dass diese Bestrebungen nur der extremste Ausdruck einer permanent
virulenten Gefahr des Faschismus unter patriarchal kapitalistischen
Herrschaftsverhältnisse darstellen. Deshalb gilt den AufruferInnen die Kritik und
schließliche Umwälzung dieser Verhältnisse zu einer Gesellschaft, die Menschen
hervorbringt, die zu einem neuen Auschwitz nicht mehr fähig sind, als Hauptanliegen. Wir
gehen davon aus, dass Faschismus, noch mehr der Nationalsozialismus, die äußerste Form
von jeglicher Herrschaft darstellt, sodass die bestehenden Umstände in einer bestimmten
Situation immer wieder dahin eskalieren können.

Die DVU Kundgebung soll um 12:00 Uhr beginnen und gegen 17:00 enden. Das Motto lautet „Unsere Kriegstoten sind unvergessen“ Redner sind Karl-Heinz Besemann, DVU-KV Ostfriesland
Matthias Faust, DVU- Bundesorganisationsleiter
Hans-Gerd Wiechmann, DVU-Landesorganisationsbeauftragter LV Niedersachsen
weitere Redner werden erwartet
Außerdem werden Neonazis aus dem Umfeld von AG Wiking erwartet